Voranschlag 2012

Kurzkommentar Voranschlag 2012

Gesamtbeurteilung

Massgebend für die Budgetierung sind die finanzpolitischen und steuerpolitischen Zielsetzungen der Gemeinde Kilchberg:

  • Gewährleistung der anstehenden Investitionen aus eigenen Mitteln ohne Nettoverschuldung und Optimierung der Mitteldisposition für die Investitionsphasen. Selbstfinanzierungsgrad >100% erhalten
  • Einsatz des verfügbaren Spielraums für Steuerfusskonstanz 2011 - 2015. Wahrung der übergeordneten finanzpolitischen Zielsetzungen.
  • Finanzpolitische Einflussnahme, Mitteldispositionen bei Baugrossprojekten.

Diese Ziele sollen mittelfristig in einem ausgewogenen Verhältnis berücksichtigt werden, die Finanzierung der ordentlichen Investitionen aus eigenen Mitteln muss prioritär angestrebt werden. Dafür stehen in erster Linie der Selbstfinanzierungsanteil aus der Laufenden Rechnung und das vorhandene Nettovermögen zur Verfügung. Um das bestehende Nettovermögen von CHF 29.27 Millionen per 31.12.2010 nicht zu konsumieren, müssen in den Jahren 2011-2015 Rechnungsüberschüsse von durchschnittlich rund CHF 6 Millionen pro Jahr erzielt werden. Dabei werden lediglich die prioritären Vorhaben abgedeckt. Andere Vorhaben sind klar als Wunschbedarf deklariert und sind mit den voraussichtlichen Rechnungsüberschüssen nicht finanzierbar.

Das Budget 2012 ist ertrags- und aufwandseitig realistisch gestaltet. Der Aufwandüberschuss von CHF 9'607'940 beinhaltet CHF 10'000'000 zusätzliche Abschreibungen, welche bis auf CHF 9'000 Restwertabschreibung bei den Mobilien Wasserversorgung resultatswirksam sind. Zusätzliche Abschreibungen sind bei folgenden aktivierten Investitionen vorgesehen. Tiefbauten Gemeindestrassen CHF 4.8 Mio., Hoch-/Tiefbauten Hallenbad CHF 3.1 Mio., Hoch/Tiefbauten Seebad CHF 0.5 Mio., Investitionsbeiträge CHF 0.5 Mio., sowie weitere CHF 1.1 Millionen bei sechs weiteren Anlagekategorien. Gegenüber dem Voranschlag 2011 zeigt sich, bereinigt um die rund CHF 5 Mio. höheren zusätzlichen Abschreibungen ein um CHF 1'220'000 günstigeres Bild. Bei einer Selbstfinanzierung von CHF 4'388'000 und Nettoinvestitionen von CHF 5'549'000 beträgt der Selbstfinanzierungsgrad im Budget 2012 79.1% und führt zu einem Vermögensverzehr von rund CHF 1.2 Mio.

Die Steuereinnahmen für das laufende Bemessungsjahr sind bei der Senkung des Steuerfusses von 80% auf 76% nur um CHF 0.5 Mio. tiefer und die Steuern früherer Jahre um CHF 0.5 Mio. geringer veranschlagt. Die Einnahmen aus Grundsteuern wurden auf CHF 6 Mio. belassen. Der Finanzausgleich konnte um CHF 2.2 Millionen geringer angesetzt werden, gegenüber der Rechnung 2010 ist jedoch ein Zuwachs von CHF 3.6 Millionen zu vermerken. So liegen die Netto-Steuereinnahmen (Netto-Steuern minus Finanzausgleich) insgesamt auf dem Niveau des Voranschlages 2011.

Die totalen Nettoaufwendungen steigen gegenüber dem Voranschlag 2011 insgesamt um CHF 7.9 Millionen, dies insbesondere durch die Umlagen der zusätzlichen Abschreibungen in die mehrwertsteuerpflichtigen Bereiche. Nennenswerte nominelle Veränderungen (ozA) ergeben sich bei Behörden/Verwaltung (-CHF 122'000), Bildung (+CHF 862'000), Kultur/Freizeit (-CHF 353'000) Gesundheit (-CHF 1'068'000), Soziale Wohlfahrt (-CHF 279'000) und Finanzen ohne Steuern (-CHF 119'000).

Die Nettoinvestitionen 2012 im Verwaltungsvermögen betragen CHF 5.5 Mio., rund CHF 1 Million unter dem Voranschlag 2011 und noch rund die Hälfte des Wertes der Rechnung 2010. Die Quote für das Jahr 2012 liegt um CHF 0.5 Mio. unter dem Jahresdurch­schnitt der Finanzplanung 2011-2015, welche ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund CHF 30.4 Mio. vorsieht. Die Investitionen im Finanzvermögen von CHF 1.2 Mio. sind mehrheitlich für die Umsetzung der Neuausrichtung für den Gutsbetrieb Uf-Stocken vorgesehen.

Weiterhin ist es unabdingbar mit einem effizienten Mitteleinsatz und einer straffen Haushaltfüh­rung die vorhandenen Ressourcen zu pflegen. Die Sparmöglichkeiten sind jedoch stark begrenzt. Die Werterhaltung der kommunalen Infrastruktur ist mit dem nötigen Aufwand sichergestellt. Die Konzentration auf die Kernaufgaben muss allerdings mit unverminderter Intensität weitergeführt werden, um die mittel- und langfristigen Zielsetzungen zu erreichen. Im Weiteren werden mit dosierten zusätzlichen Abschreibungen das Anwachsen des Verwaltungsvermögens minimiert und so künftig höhere ordentliche Abschreibungen vermieden.

Laufende Rechnung

Der Voranschlag 2012 weist einen Aufwand von CHF 101.15 Mio. und Erträge ohne Steuern von CHF 37.72 Mio. aus. Der durch Steuern zu deckende Fehlbetrag beläuft sich auf CHF. 63.43 Mio. Dieser wird durch budgetierte Brutto-Steuereinnahmen von CHF 53.82 Mio. um CHF 9.61 Mio. unterschritten.

Ertragsseitig wird durch die Steuerfussreduktion, verglichen mit dem Vorjahresbudget, mit nahezu CHF 2.3 Mio. geringeren Netto-Steu­ern gerechnet.

Aufwandseitig reduziert sich der Finanzausgleich um CHF 2.2 Millionen. Der Personalaufwand steigt um CHF 0.6 Millionen, dies vor allem im Bildungsbereich mit Schwerpunkt Musikschule, Sonderschulung und Kinderkrippe. Höhere Beschaffungskosten beim Gaseinkauf ergeben einen um CHF 0.7 Millionen höheren Sachaufwand. Diese Steigerung wird indes durch entsprechende Mehreinnahmen mehr als kompensiert.

Investitionsrechnung

Die Nettoinvestitionen 2012 im Verwaltungsvermögen sind mit CHF 5.549 Mio. budgetiert und lie­gen damit rund CHF 0.5 Mio. unter dem Jahresmittel des Investitionsprogramms, welches für die Periode von 2011 bis 2015 ein Nettoinvestitionsvolumen von CHF 30.4 Mio. vorsieht.

Schwerpunkte 2012 bilden folgende Vorhaben:
Dorfstrasse See- bis Bahnhofstrasse CHF 1'320'000.--
Sportplatz, Ersatz Sandplatz durch Kunstrasen CHF *1'000'000.--
Aubrigstrasse  CHF 510'000.--
Schulstrasse  CHF 505'000.--
Campus Moos    CHF 400'000.--
HTRK Leitungserneuerung  CHF 375'000.--
Sportanlage, Garderobe   CHF 330'000.--
Investitionsbeiträge ARA   CHF 250'000.--
Ersatz Wischmaschine   CHF 180'000.--
Schulhaus Dorf, Überdachung CHF *125'000.--
Energie-Photovoltaik CHF *120'000.--

* Kredite mit Sperrvermerk

Die Nettoinvestitionen 2012 im Finanzvermögen beinhalten folgende Vorhaben:
Bänklen Nord-Ost, Studie/Wettbewerb CHF 30'000.--
Bahnhof Süd, Planung, Anteil Parkierung CHF 200'000.--
Stockengut Laufhof/Stallbauten CHF 1'000'000.--

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