Gemeinde Kilchberg

«Die Bagage»

Schauspielkunst, die für immer in Erinnerung bleibt.

 

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs, und Josef wird zur Armee eingezogen.

 

Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur Hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin Monika Helfer.

Maria ist eine schöne Frau und in der Dorfgemeinschaft der Lust der Männer und dem Argwohn der Frauen ausgesetzt. Sie wird ungerechtfertigter Weise von den Bewohnern des Dorfes an den Pranger gestellt. Josef ist ein stiller Mann, der vieles sieht, aber nicht viel spricht. Die Kinder nutzen ihre mannigfaltigen Talente, um der Familie beizustehen. Vieles geht gut, anderes geht fürchterlich schief.

Solothurner Literaturspreis
Die Dramatisierung dieses Romans, der lange auf den Bestsellerlisten stand und mit dem Solothurner Literaturpreis 2020 ausgezeichnet wurde, wird am 25. Januar um 20 Uhr, im Katholischen Pfarreizentrum, in der Fassung von Mona Petri und Jordi Vilardaga vom Theater Ariane aufgeführt.
Der Text wird vor allem von der Schauspielerin Vera Schweiger geprägt. Es mutet einen fast als übermenschlich an, wie die 82-jährige Künstlerin diesem Stoff ein neues dramatisches Leben verleiht. Vera Schweiger hat das Publikum bei der Uraufführung in Winterthur mit ihrer Schauspielkunst begeistert und berührt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer haben spontan geäussert, dass sie diese denkwürdige Theateraufführung nie mehr vergessen werden.
Es ist ausserordentlich packend, wie Vera Schweiger, Mona Petri und Antonio da Silva den preisgekrönten Roman von Monika Helfer in ein Stück umformen, in dem vieles gesagt wird, und doch das Ungesagte einen grossen Raum einnimmt. In diesem Familiendrama kommen alle menschlichen Gefühle vor: Liebe, Wut, Neid und Trauer. Die musikalische Begleitung durch Murat Parlak, den wir in Kilchberg im Herbst 2020, als uns das Coronavirus eine kurze Verschnaufpause gönnte, mit dem begeisternden Stück «Play it again, Murat» bewundern konnten, vertieft den nachhaltigen Eindruck des Stücks.Der Leseverein freut sich, dass dieses Theaterstück auch in Kilchberg gezeigt wird.

Mittwoch, 25. Januar 2023, Katholisches Kirchgemeindehaus, Schützenmattstrasse 25, 8802 Kilchberg, Bus 161 bis «Schwelle»,
Tickets CHF 30.00 (CHF 25.00 AHV, Legi), Kasse ab 19.30 Uhr, Mitglieder haben freien Eintritt.

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