Gemeinde Kilchberg

Die Zukunft des C. F.  Meyer-Hauses

Die Kilchberger Gemeindepräsidentin Phyllis Scholl spricht über die Zukunft des C. F. Meyer-Hauses, den anstehenden Leitungswechsel und ihre Vision, das Haus und seinen Garten als Ort der Kultur und Begegnung weiterzuentwickeln.

Phyllis Scholl, das C. F.  Meyer-Haus ist ein wichtiger kultureller Ort in Kilchberg. Wie steht die Gemeinde zu diesem Haus? 
Das C. F.  Meyer-Haus ist eines der schönsten Gebäude, die der Gemeinde Kilchberg gehören. Es beherbergt eine bedeutende Sammlung von Zürcher Porzellan, das bekanntlich in Kilchberg hergestellt wurde. Zudem kann das Arbeitszimmer von Conrad Ferdinand Meyer in seinem ursprünglichen Zustand besichtigt werden. Ein Raum ist der Familie Mann gewidmet, und im obersten Stock entdeckt man Interessantes zur Ortsgeschichte. Es ist ein Privileg, ein Ortsmuseum mit Schätzen von solch grosser Bedeutung zu haben. Die mit dem Haus verbundenen Kosten werden aus dem allgemeinen Gemeindehaushalt bezahlt. Zudem trägt die Gemeinde einen Grossteil der Lohnkosten der Mitarbeitenden. Die Stiftung Conrad-Ferdinand-Meyer-Haus, gegründet vom Kilchberger Martin Fehle, unterstützt uns grosszügig – etwa durch die Finanzierung der letzten grossen Renovation 2008 oder mit der digitalen Inventarisierung der Porzellansammlung. Die heutige Leiterin, Elisabeth Lott, hat diese Arbeit mit grosser Sorgfalt und Fachwissen geleitet. 

Die langjährige Leiterin Elisabeth Lott geht in Pension. Wird das Konzept des Hauses mit der Nachfolge neu ausgerichtet? 
Die Suche nach einer neuen Leitungsperson ist im Gang. Wir haben sehr viele qualifizierte Bewerbungen erhalten und sind zuversichtlich, die Stelle gut besetzen zu können. Der Gemeinderat will gemeinsam mit der neuen Leitung und unter Einbezug der Kilchberger Kulturorganisationen das Angebot im Haus und im Park weiterentwickeln. 

Was ist Ihnen bei der zukünftigen Ausrichtung wichtig? 
Das Angebot soll zugänglich und breit gefächert sein, um das C. F.  Meyer-Haus als Begegnungsort zu stärken. Wir wollen Orte schaffen, die in allen Lebensphasen Begegnung ermöglichen. Eine wichtige Aufgabe der neuen Leitungsperson wird sein, engagierte Menschen zu vernetzen und diese Orte lebendig zu halten. 

Sie kennen das Haus auch aus Ihrer Kindheit. Welche persönliche Beziehung haben Sie dazu? 
Der Garten des C. F.  Meyer-Hauses ist mir als Kind aufgefallen – er wirkte auf mich verwunschen, fast märchenhaft. Erst als Erwachsene erfuhr ich, dass er öffentlich zugänglich ist. Seit meinem Amtsantritt ist es mir ein grosses Anliegen, das Haus und den Garten in der Bevölkerung bekannter zu machen. 

Wie gelingt das? 
Ein Beispiel ist das seit 2023 bestehende Kulturkafi, das sich grosser Beliebtheit erfreut. Dank vieler engagierter Freiwilliger – allen voran Regine Kägi – ist es zu einem lebendigen Treffpunkt geworden. Auch die Zusammenarbeit mit der Musikschule hat schöne Früchte getragen: In den letzten beiden Sommern haben Konzerte der Musikvereine und des Vereins Kultur im Park den Garten zum Klingen gebracht. Leider löst sich dieser Verein mangels Nachfolge auf, doch der Gemeinderat wird dafür sorgen, dass weiterhin kulturell ansprechende Veranstaltungen stattfinden. Im Sommer 2026 dürfen wir uns zudem auf eine Ausstellung mit Holzfiguren des Künstlers Peter Leisinger freuen – sowohl im Park als auch auf dem neuen Chileplatz. 

Wenn Sie in fünf Jahren zurückblicken: Was wäre für Sie ein gutes Ergebnis? 
Ich hoffe auf eine glückliche Hand bei der Wahl der neuen Leitung und eine gute Übergabe von der geschätzten Arbeit von Elisabeth Lott. In fünf Jahren wünsche ich mir, dass das Gebiet Uf Brunnen – mit dem C. F.  Meyer-Haus und dem Meierhüsli – ein lebendiger Treffpunkt für die Bevölkerung geworden ist. Schön wäre, wenn verschiedene Kulturformen dort Platz fänden: Literatur, Musik, Handwerk, Malerei, Fotografie – und wenn Kinder und Jugendliche selbstverständlich dazugehören. Ich wünsche mir, dass jedes Kilchberger Kind das C. F.  Meyer-Haus kennt.

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