Nach Jahren von Verzögerungen, Rekursen und gescheiterten Varianten war das Bedürfnis nach einem Neuanfang spürbar gross. Ressortvorsteher Sicherheit/Sport, Andreas Eckert, führte ausführlich in die Vorgeschichte ein. Das bestehende Feuerwehrgebäude sei stark renovationsbedürftig und genüge den betrieblichen Anforderungen schon lange nicht mehr. Die Urnenabstimmung von 2019 hatte knapp die Variante «Instandsetzung und Erweiterung am bestehenden Ort» bestätigt – doch mehrere Rekurse, insbesondere wegen der Bäume im angrenzenden Schellergutpark, blockierten das Projekt jahrelang. Der entscheidende Punkt: Die unterirdische Erweiterung Richtung Park kann aufgrund des Urteils des letzten Rechtsstreits nicht realisiert werden. «Ein Weiterzug hätte weitere jahrelange Rechtsstreitigkeiten bedeutet – das war nicht zumutbar», so Eckert.
Neuer Standort im Tal
Der Gemeinderat prüfte daraufhin Alternativen und entschied sich für einen Neubau im Tal. Zwei Machbarkeitsstudien wurden verglichen – Variante zwei, der Neubau im Tal, überzeugte: keine Provisorien, schnellere Realisierung, optimale Abläufe für Feuerwehr und Werkhof sowie die Möglichkeit, das heutige Areal langfristig frei zu halten. Die Grobkostenschätzung liegt bei 24,25 bis 31,5 Mio. Franken. Dank Rückgriff auf das Projekt von 2015 sei weder ein neuer Wettbewerb noch ein neues Auswahlverfahren nötig – das spare rund 500 000 Franken und ein ganzes Jahr Zeit. Die Planung soll 2026 starten, im Herbst 2027 soll der Baukredit vors Volk kommen. Geplanter Bezug: Winter 2030/31. Für das gescheiterte alte Projekt müssen zudem 3,5 Mio. Franken abgeschrieben werden. Die Rechnungsprüfungskommission empfahl den Planungskredit, warnte aber vor den hohen Kostenschätzungen: «Bei der Umsetzung hat Kostendisziplin oberste Priorität», mahnte RPK-Präsident Christoph Rohner. Mehrere Votantinnen und Votanten unterstützten das Vorhaben klar. Die FDP lobte die Standortwahl, die Grünen diesen Schritt ebenfalls – sie forderten aber einen verbindlichen ökologischen Massnahmenkatalog zu Minergie-P, Dachbegrünung, PV-Anlage und Regenwassernutzung. Die GLP mahnte ein «zukunftsgerichtetes Projekt» an, die SVP stimmte zu, solange ökologische Massnahmen wirtschaftlich sinnvoll bleiben. Die Abstimmung fiel eindeutig aus: Der Planungskredit wurde mit nur einer Gegenstimme angenommen.
Budget und Steuerfuss genehmigt
Anschliessend präsentierte Eckert das Budget 2026. Der Aufwand beträgt 151 Mio. Franken, mit einem minimalen Aufwandüberschuss von 57 000 Franken. Gründe für die höheren Kosten sind u. a.: steigende Schülerzahlen und Inbetriebnahme Spinnergut (+2,4 Mio.), Ausbau ZVVAngebot (+870 000) sowie Abschreibung des gescheiterten Feuerwehrprojekts (3,6 Mio.). Die RPK lobte, dass der Personalaufwand im Budget 2026 erstmals nicht weiter steigt. Sie stellte jedoch einen formellen Änderungsantrag: die Abschreibung der 3,6 Mio. fürs alte Feuerwehrdepot-Projekt bereits ins Budget 2025 zu verschieben. Dieser wurde klar angenommen. Das Budget wurde einstimmig und der unveränderte Steuerfuss von 72 Prozent mit einer Gegenstimme genehmigt.
Weitere Geschäfte
Die Bauabrechnung des Schulhauses Dorf für Dachstockausbau, Erdgeschossumnutzung sowie neue Heizung über 3,6 Mio. Franken wurde einstimmig genehmigt. Nach dem offiziellen Teil informierte Katharina Stucki, Ressortvorsteherin Soziales/Gesundheit, darüber, dass das Alterszentrum Hochweid weiterhin mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfe, versicherte aber, dass der Betrieb operativ stabil sei. Gemeinsam mit einer Expertengruppe, bestehend aus drei Fachpersonen, arbeitet der Gemeinderat zusammen mit dem Stiftungsrat an strukturellen Anpassungen, und man sei zuversichtlich. Susanne Gilg, Ressortvorsteherin Bildung, gab zur Kenntnis, dass der Umbau des Spinnerguts im Schlussspurt sei.

