Als der Zürcher Germanist Julian Schütt 2011 "Max Frisch. Biographie eines Aufstiegs" vorlegte, endete er seine Studie mit dem Jahr 1954, nicht zuletzt, weil Teile des Frisch-Archivs noch gesperrt waren. Mit "Max Frisch. Biographie einer Instanz" hat Schütt sein Opus magnum nun abgeschlossen und dabei bislang unveröffentlichte Briefe und Aufzeichnungen sowie zahlreiche Gespräche mit Frisch-Weggefährten berücksichtigen können.
Behandelt wird die Nachkriegszeit ab 1954, als Frisch "Stiller" bereits veröffentlicht hatte, aber zugleich noch als Architekt tätig war und mit "Homo faber", "Mein Name sei Gantenbein" usw. wichtige Debatten prägte und einerseits in der Öffentlichkeit zu einer kritischen Instanz wurde und anderseits mit seinem bewegten Privatleben, insbesondere die Beziehung mit Ingeborg Bachmann, für Aufsehen sorgte und sein öffentliches Bild spaltete. Jenseits von Klischees und Verklärungen zeichnet Julian Schütt das Porträt eines Literaten als kritischer Instanz in einer Zeit, als die Literatur und ihre Debatten die Gesellschaft aufwühlten und prägten.

Biographie einer Instanz. Gespräch und Lesung
Veranstaltungsort: Meierhüsli, Dorfstrasse 84, Kilchberg · Veranstalter: Leseverein Kilchberg
Preis: CHF 30.-/25.- (AHV/Legi). Mitglieder haben freien
